Doris Buchmann 

Dämmerstunde     


Mit einer Weise sanfter Fröhlichkeit 

gleitet ein Vogellied ins Dämmergrau, 

weit fort ist alle Sorge, weit das Leid, 

geborgen oben im Lavendelblau.  – 

Ein Sternenchor verbindet sich dem Duft 

der Erde, als der Mond mit weißem Licht, 

mild leuchtend in der klarsichtigen Luft 

durch geisterstille, schwarze Zweige bricht. 

Freude und Frohsinn brannte in der Glut 

des Tages – aufgeschäumte Lebenslust. 

Sie ruhen lächelnd in des Herzens Hut 

und sind als reife Garben sich bewußt. 

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